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Uniformlexikon

 

Hier finden Sie ausgwewählte, zu den Uniformen der NVA gehörende Bezeichnungen von Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken sowie entsprechende Begriffe kurz erörtert.

 

 

- Achselschnur

dekoratives Geflecht zweier starker Schnurschlingen und zwei schmaler Schnurschlingen aus silber oder goldfarbenem Metallgespinst, von männlichen Offizieren und von Generalen und Admiralen seit 1976 zur Parade- und Ausgangsuniform sowie zum Großen Gesellschaftsanzug angelegt, in 5 Größen (abhängig von der Kleidergröße) lieferbar:

0 = sk44/48/52, k48-0, k44, m48-0

1 = k48/52/56, k48-1, m52-0, m44, g48-0, g52-0, g44, sg48-0

2 = k52-1, k52-2, m48/52, m48-1, m52-1, g48/52, g48-1, g52-1, sg52-0, sg48/52, sg48-1, sg52-1, üg52

3 = m56-1, m52-2, m56-2, g56/60, g52-2, g56-2, sg56, üg52

4 = Übergröße für Personen mit mehr als 124 cm Brustumfang oder 193 cm Körperhöhe

 

- Arabeske

rankenförmige Verzierung aus goldfarbenem Gespinst bzw. später aus Metall geprägt, paarweise in die Ärmelaufschläge der Ausgangsuniform für Generale (bis 1981) und in die der Paradeuniform für Generale (bis 1986) eingestickt bzw. eingeprägt

 

- Ärmelabzeichen

Kennzeichnung der Fähnriche in der NVA zusätzlich zu dem Dienstgradabzeichen, aus Uniformtuch gewebt und mit dem Staatsemblem der DDR versehen. Bis 1979 ein bis drei Sterne für eine mehr als 10, 15 bzw. 20jährige Dienstzeit. Wurde am linken Oberärmel der Uniformjacken und Mäntel aufgenäht

 

- Ärmelpatte

bei den Landstreitkräften und den Lufstreitkräften/Luftverteidigung (ab 1961) bis 1981 auf den Ärmelaufschlägen der Parade-/Ausgangsuniformen angebrachtes Zierelement. Für Soldaten und Unteroffiziere sowie Unteroffizier- und Offizierschüler als Silberfarbene Stickerei mit einem Mittelstreifen in der Waffenfarbe. Seit 1980 in den Landstreitkräften generell weiss bzw. orange für die Fallschirmjäger. Bei Fähnrichen und Offizieren aus silberfarbener Stickerei mit einer Kantillenfüllung in der Waffenfarbe. Seit 1977 in den Landstreitkräften generell weiss bzw. orange

NVA_Paradeuniform_Offizier_Aermelpatten  

 

- Ärmelstreifen

Kennzeichnung für die Dienststellung "Hauptfeldwebel", aus 15mm breitem Aluminium bzw. Goldgespinst, bis 1960 10cm, danach 13cm vom Ärmelsaum entfernt an beiden Unterärmeln der Uniformjacken und Mäntel aufgenäht

 

- Baskenmütze

Kopfbedeckung weiblicher Armeeangehöriger und der Fallschirmjäger, für letztere in der Waffenfarbe orange zur Dienstuniform und in grauschwarz zur Felddienstuniform

 

- Dienstgradabzeichen

gewebte, gestickte oder metallgeprägte Kennzeichnung an der Uniform zur Kennzeichnung des Militärischen Ranges. Gibt es als Schulterklappen, Schulterstücken und als gewebte Ausführung von verschiedenen Balken und Sternen für Arbeitsanzüge und Felddienstuniformen. Die Schulterklappen und Schulterstücke gibt es auch in einer speziellen getarnten Form für die Felddienstuniformen

 

- Dienstlaufbahnabzeichen

seit 1957 verwendete Kennzeichnung vor allem für Soldaten und Unteroffiziere, zum Teil aber auch für Fähnriche und Offiziere die über eine abgeschlossene Spezialausbildung verfügen. In den Land- und Luftsreitkräften bis 1965 in farbiger Ausführung, dann in silberfarbener Stickerei auf grauem Uniformtuch. Teilweise auch auf den Schulterklappen/Schulterstücken verwendet (Äskulapstab, Militärjustitz, Militärmusik ect.)

 

- Felddienstanzug

bis 1965 als Kampfanzug bezeichnet. In zwei Ausführungen verwendet, Sommer und Winter. Bis mitte der 60iger Jahre für Handlungen in der Gefechtsausbildung bestimmt, danach aber auch von Soldaten und Unteroffizieren auf Zeit im täglichen Dienst getragen

 

- Feldmütze

Kopfbedeckung aus Uniformgewebe für alle Dienstgrade aller Teilstreitkräfte. Bei den Seestreitkräften (Volksmarine) als Bordkäppi bezeichnet, umgangssprachlich auch "Schiffchen" genannt

 

- Grisuten

Bezeichnung für Polyesterfaserstoffe, seit dem 1. April 1961 produziert im VEB Chemiefaserwerk Premnitz

 

- Halbschaftstiefel

lederne Fußbekleidung aus Schweinsleder für Soldaten und Unteroffiziere zur Dienst-, Drillich-, Felddienst- und Paradeuniform. Auch als "Knobelbecher" bezeichnet. Kürzer wie die Schaftstiefel der Offizierre und im Gegensatz zu diesen nicht gefüttert

 

- Kammgarn

feines, glattes, langfaseriges Wollgarn, hochwertiger wie Streichgarn, Material vor allem für die Uniformen der Fähnriche und Offiziere

 

- Kantille

feines, sprialartig gedrehtes Gespinst. Für die Fertigung von Ärmelpatten und Kragenspiegel verwendet

 

- Kokarde

an den Kopfbedeckungen befindliches kreisförmiges Abzeichen. In der NVA zunächst nur schwarz-rot-gold, seit 1962/1963 mit Staatsemblem der DDR. Im Zuge der Wende wieder schwarz-rot-gold eingeführt

 

- Koppel

Leibriemen, für Soldaten und Unteroffiziere auf Zeit aus schwarzem Leder mit Koppelschloss. Für Berufssoldaten aus braunem Leder mit Schnalle

 

- Kragenbinde

zur Schonung des Kragens und zur Hygiene bei Uniformjacken eingeknöpfter Stoffstreifen. Innenseite weiss, Aussen grau. Für die Uniform mit schwarzem Kragen gab es auch eine rein weisse Binde, die eingeknöpft und auch eingenäht wurde

 

- Kragenspiegel

auf den Uniformjacken (ausser Felddienstuniformen) aller Teilstreitkräfte angebrachtes Zierelement in unterschiedlicher Ausführung.

Für Generale aus hochrotem Biesentuch mit zuerst goldener gestickter "Larisch/Kleist-Stickerei", später aus goldener Metallprägung.

Für Fähnriche und Offiziere der Landstreitkräfte und der Luftverteidung aus Steingrauem Uniformgewebe (ab 1986 in einer breiteren Ausführung verwendet) mit silberfarbener Stickerei bzw. ab 1977 in Metallprägung. Mit Kantille bis 1977 in der Waffenfarbe gefüllt, später generell weiss. Für Fallschirmjäger seit 1970 aus Orangefarbenem Biesentuch mit silberner Umrandung, symbolisiertem Fallschirm und Schwinge. Bis 1986 auch auf dem Uniformmantel getragen.

Für Fähnriche und Offiziere der Luftsreitkräfte  aus hellblauem Biesentuch mit silberner Umrandung, silberner Schwinge und offenem bzw. geschlossenem (Stabsoffiziere) Eichenlaubkranz. Bis 1986 auch auf dem Uniformmantel getragen.

Für Soldaten, Unteroffiziere, Unteroffiziers- und Offizierschüler der Landstreitkräfte und der Luftverteidigung aus steingrauem Uniformgewebe mit silbern gewebter Doppellitze, bis 1980 in der Waffenfarbe paspeliert, danach generell weiss. Fallschirmjäger seit 1970 analog der Offiziere, allerdings ohne silberne Umrandung

NVA_Dienstuniform_schwarzer_Kragen_Unteroffizier_auf_Zeit_Kragenspiegel
 

 

- Lampassen

rote, hellblaue oder grüne Tuchstreifen an den Uniformhosen der Generale

 

- Paspelierung

auch Biese genannt, in die Nähte der Uniform eingenähter schmaler Stoffstreifen, der als farbiger Vorstoss sichtbar ist. Zuerst in der Waffenfarbe verwendet, viel dies schon bald wieder weg. Seit den 1960iger Jahren wurden die Uniformen nur noch in weiss paspeliert

 

- Repräsentationsschnur

dekoratives Geflecht aus silbernen Schnüren für Angehörige der Ehrenkompanien, des Zentralen Orchesters der NVA, des Stabsmusikkorps Berlin. Seit 1976 zu zentralen militärischen Zeremoniellen angelegt, ausser von Offizieren, diese trugen die Achselschnur

 

- Schaftstiefel

Lederne Fußbekleidung aus weichem Rindsleder für Berufsunteroffiziere, Fähnriche und Offiziere. Mit weichem, hellen Leder innen gefüttert. Höher und stabiler als die Halbschaftstiefel

 

- Schirmmütze

Kopfbedeckung männlicher Armeeangehöriger für nahezu alle Uniformarten, unterschiedliche Ausführungen für Dienstgradgruppen und Teilstreitkräfte

 

 

- Serge

Futter und Kleiderstoff aus verschiedenen Faserstoffen

 

 

- Stiefelhose

besondere Beinbekleidung der Berufsunteroffiziere (Seit mitte der 1960iger Jahre), Fähnriche, Offiziere und Generale der Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte/Luftverteidigung für die Dienst und Paradeuniform

 

 

- Streichgarn

aus kurzem, ungleichmäßigen Fasern (Wolle, Baumwolle oder Chemiefasern) hergestelltes Garn. Fülliger und rauher als Kammgarn. Wurde vor allem für die Uniformen der Soldaten und Unteroffiziere auf Zeit genutzt. Liebevoll auch als "Pferdedecke" bezeichnet

 

 

- Tombak

Kupfer-Zink-Legierung, gut verformbar, als Goldimitatiom zur Fertigung von Effekten verwendet

 

 

- Tresse

schmales, durchbrochenes, gewebtes silber oder goldfarbenes Band oder Borte, vielfach bei den Uniformen verwendet, z. Bsp. bei den Schulterklappen der Unteroffiziere

 

 

- Waffenfarbe

farbige Kennzeichnung der Waffengattung in der NVA. Vor allem Benutzt an den Effekten der Uniformen

  • Weiß: Infanterie (Motorisierte Schützen und Aufklärer)
  • Ziegelrot: Artillerie (Rakentetruppen und Artillerie, Raketen-und Waffentechnischer Dienst, Truppenluftabwehr)
  • Rosa: Panzer
  • Gelb: Nachrichten
  • Dunkelgrün: Rückwärtige Dienste (Nachschub, Militärjustiz- und Finanzorgane)
  • Schwarz: Pioniertechnische Truppen, (Militärtransportwesen, Technische Einheiten, Chemische Dienste)
  • Hellblau: Luftstreitkräfte
  • Grau: Luftverteidigung
  • Grün: Grenztruppen
  • Orange: Fallschirmjäger
  • Kornblumenblau: Volksmarine
  • Violett: Zivilverteidigung

 

 

- Winkel

verschiedenartige Kennzeichnung der Dauer des Dienstverhältnisses. Am linken Unterärmel der Uniformjacken aufgenäht

NVA_Dienstuniform_Berufsunteroffizier_Grenztruppen_der_DDR_schwarzer_Kragen
 

 

 

- Wolpryla

Bezeichnung für Polyakrylnitrilfaserstoff, vollsynthetische Faser mit wollähnlichen Eigenschaften